QUALITÄTSMERKMALE BEI WELPENGRUPPEN UND HUNDESCHULEN

 

Kunterbunt und farbenfroh gestaltete,  mit Menschen und Hunden voll belegte Welpenspielplätze oder des Trainers Motto „Ich halte schon seit 30 Jahren Hunde“ sind allein noch keine Qualitätsmerkmale einer Welpenspielgruppe bzw. eines Welpenspielgruppenleiters! Und bedenken Sie: Nicht was für Ihren Nachbarn oder Ihre Freunde mit ihren Hunden eine gute Welpenspielgruppe ist, muss unbedingt das Richtige für Sie und ihren vierbeinigen Sprössling sein!

 

Leider gibt es zur Eröffnung eines Welpenspielplatzes keine staatlich festgelegten Anforderungen.

 

Erfolgreiches Welpentraining  setzt eine fundierte Ausbildung der Trainer, welche regelmässig mit Weiterbildungsseminaren auf den neusten Stand der verhaltensmedizinischen Erkenntnisse gebracht wird und Erfahrung mit Welpenspielgruppen voraus!

 

Bevor Ihr kleiner Welpe bei Ihnen einzieht, nehmen Sie sich daher umdingt die Zeit, verschiedene Welpenspielgruppen zu besuchen und fragen Sie die Trainer nach ihrer Qualifikation! Ein gut ausgebildeter Hundetrainer berichtet gerne offen und sogar mit etwas Stolz über seinen kynologischen Werdegang!

 

Ein Gruppenleiter sollte

·       ruhig, freundlich und mit Hunden und Menschen geduldig sein

·       über ein solides und modernes Wissen über Ethologie (Verhalten), Haltung, Fütterung und natürlich die Lernprinzipien verfügen

·       alle Fragen gewissenhaft beantworten und Dinge gut erklären können

·       den Kurstag vorbereitet haben, aber auch flexibel bei Änderungen sein

·       alle Geräte und Hilfsmittel bereitstellen – auch Leckerchen und Spielzeuge für die, die diese einmal vergessen haben

·       Die Fähigkeiten des einzelnen Welpen berücksichtigen und die Interaktionen in

·       der Gruppe steuernd begleiten.

 

Das Gelände sollte

·       ein gut eingezäunter Garten (Rasenfläche) und/oder einem großer Raum mit rutschfestem Boden sein. Die Fläche sollte teilbar und strukturiert sein mit veränderbaren und beweglichen Objekten, wie beispielsweise Tunnel oder Wippe, Flatterbändern oder Planen zum Aufhängen und Spielzeug wie Bälle oder Tampen oder aber die einzelnen Termine sollten an unterschiedlichen Orten stattfinden.

·       Zur Ausstattung sollten auch Lärm verursachende Objekte (Geräusch-CD u.a.) gehören. Es sollte außerdem die Möglichkeit bestehen, die Welpen mit Fahrrädern, Skateboards u.ä. vertraut zu machen, ebenso mit anderen Tieren wie Hühnern oder Kaninchen.

 

Kursinhalte

·       Wichtigster Punkt: Das Spiel mit den anderen Welpen zum Erlernen der Beisshemmung und eines guten Sozialverhaltens. Hierbei begleitet der Trainer dieses Spiel erklärend. So erhält der Welpenbesitzer wichtige Informationen beispielsweise über hundliches Sozialverhalten und hundliche Kommunikation und Tipps zu praktischen Alltagsproblemen wie z.B. die Stubenreinheit, das alleine bleiben oder das Fördern einer guten Beisshemmung.

·       Übungen zur Förderung einer guten Mensch/Hund-Beziehung (Entspannungsübungen, o.a.)

·       Vielfalt an Umweltabenteuern und welpengerechten Hindernissen

·       Früherziehung ist schon in diesem Alter möglich und anzuraten (Sitz, Platz, Rückruf, Blickkontakt, Abbruchsignal)

·       Wenn der Gruppenleiter ein fachkundiger Hundeausbilder ist, findet man in der Welpengruppe Rat in sämtlichen Erziehungsfragen

·       Theoretisches Wissen sollte vermittelt werden: über die wichtigsten Erkrankungen, erste Hilfe, Ernährung, Lerntheorien, Erziehung, Hundehaltung etc.

·       Schön ist es, wenn ein oder zwei gut sozialisierte, nicht zu gutmütige, erwachsene Hunde mit intakter Beisshemmung an der Welpengruppe teilnehmen

 

 

Gruppengrösse

·       Überschaubar

·       Gruppe: Maximal 8 Hund/Mensch-Teams

·       Trainer:  Mindestens 1 Trainer pro 4 Hund/Mensch-Teams

 

Betreuung

·       Beim Spiel sollten die Welpen weder Halsband noch Leine tragen.

·       In der Welpenspielgruppe soll auf Krankheitsprophylaxe Wert gelegt werden: bei der Anmeldung sollte nach dem Impf- und Entwurmungsschema gefragt werden.

·       Der Gruppenleiter darf keinen Teilnehmer vor der ersten Impfung oder im Krankheitsfall zulassen.

·       Kurze Fragen sollten zwischendurch oder sonst nach dem Kurs verständlich und fundiert beantwortet werden.

·       Die Gruppenteilnehmer sollten Unterlagen über die wichtigsten Kursinhalte erhalten. Denn nicht alles, was am Kurstag besprochen wurde, bleibt in Erinnerung.

 

Allgemeines

·       Die Besitzer sollten angeleitet werden, selbst mit den Hunden zu arbeiten. Der Trainer macht eine Übung vor, leitet die Gruppe und korrigiert, falls nötig.

·       Wenn der Welpenkurs auf dem Gelände einer Hundeschule stattfindet, schauen Sie auch auf Folgendes: Die Freude an der Arbeit sollte den Hunden in anderen Kursen ins Gesicht geschrieben sein. Der Geräuschpegel durch Gebell sollte nicht zu hoch sein, denn dann ist konzentrierte Arbeit nicht möglich und es gehen wichtig Erklärungen der Trainer unter. Das Trainingskonzept sollte systematisch und dem Leistungsstand der Gruppe angepasst sein.

·       Individuelle Beratung ist wichtig. Hund ist nicht gleich Hund. Besonderheiten der Hunderassen sollten berücksichtigt werden.

·       Hilfsmittel sollten im Einklang mit den Besitzern eingesetzt werden. Der Trainer sollte bereit und fähig sein, das Für und Wider mit den Besitzern durchzusprechen. Die Wahl der Hilfsmittel sollte durch den Tierschutzgedanken bestimmt werden.

 

Wann, Wie, Wie lange zur Schule?

·       Nach dem Abholen beim Züchter sollte der Welpe zunächst etwa eine Woche Zeit haben, um sich an das neue Zuhause und seine neue Familie zu gewöhnen. Die Welpenschule dauert in der Regel von frühestens der vollendeten 8. Lebenswoche bis zur vollendeten 16. Lebenswoche.

·       Am besten sollten 2 x pro Woche je eine Stunde Training angeboten werden – mehr als 60 Minuten bedeuten für die meisten Welpen zu viel Stress

 

 

Und zu guter Letzt…

Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl und Herzen, dann werden Sie und Ihr vierbeiniger Liebling bestimmt den richtigen Weg finden!

 

 

 

Carina May, Februar 2010

Quellen: Celina del Amo; Berliner Tierärzte und eigene Erfahrungswerte