Vergiftungen beim Hund

 

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Menschliche Nahrungsmittel sind häufig für die Ernährung von Hunden ungeeignet. Und dieses nicht nur, weil sie oft einseitig zusammengesetzt und arm an lebenswichtigen Nährstoffen sind, sondern weil sie in manchen Fällen sogar giftig wirken können.

Nüsse haben einen hohen Phosphorgehalt und können deshalb bei Hunden leicht zu Blasensteinen oder Störungen des Knochenstoffwechsels führen. Walnüsse sind sogar giftig. Die Inhaltsstoffe von Zwiebeln, insbesondere die der rohen, führen bei Hunden zu Blutarmut, da sie die roten Blutkörperchen zerstören. Hülsenfrüchte wiederum führen durch ihren sehr hohen Faser- und Eiweissgehalt zu Überaktivität der Darmbakterien. Dieses kann dann zu Bauchkrämpfen und unangenehm gesteigerte Darmwinde durch Gasbildung (Flatulenz) auslösen. Ausserdem enthalten manche Hülsenfrüchte, z.B. Sojabohnen, Fermenthemmstoffe, die die Eiweissverdauung behindern .

Alle fleischhaltigen Nahrungsmittel von der menschlichen “Tafel”, aber auch Käse und Essenreste, sollten nicht an einen Hund verfüttert werden, da ihre Zusammensetzung nicht den Nährstoffbedürfnissen des Tieres entspricht.

Ebenfalls zu Problemen führt eine Überdosierung an fettlöslichen Vitaminen (z.B. Vitamin A). Stark gesalzene Nahrung (Fisch oder Fleisch), Pökellake oder Seewasser können u.a. zu Bluthochdruck und Nierenschäden führen. Gewarnt werden muss auch vor der Fütterung gebratener oder gegrillter Speisen, vor allem Fleisch, denn der hohe Fettgehalt, das Salz und sowie die Gewürze und Röststoffe, sind für die Ernährung von Hunden nicht geeignet.

 

Chemische Produkte:

Brennspiritus, Trockenspiritus:

Das Nervengift kann, je nach aufgenommener Menge, innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen!

Symptome: Starker Speichelfluss nach ½ bis 1 Stunde, Erbrechen, Durchfall. Nach weiteren 1 bis 3 Stunden Taumeln, Schreckhaftigkeit, steifes Grätschen der Beine (auch im Liegen), Krampfanfälle mit Kopfstrecken, hohes Fieber (41 bis 42°C).

Behandlung durch Tierarzt: Brechmittel, Magenspülung, verabreichen von Beruhigungs- und Narkosemitteln, die zu einer Art Heilschlaf über 1 bis 2 Tage führen. Infusionen zur Anregung der Nierenausscheidung, Kalzium gegen die Krämpfe.

Frostschutzmittel für Autos:

Schleckt der Hund das süss schmeckende Frostschutzmittel auf, kann es zu schweren Nierenschäden und in Abhängigkeit der Giftmenge, zu tödlichem Nierenversagen kommen. Symptome: Starkes Speicheln, spontanes Erbrechen schon Minuten nach dem Aufschlecken, Durchfall, Mattigkeit, Taumeln, Krämpfe, Hinfälligkeit

Behandlung: Magenspülung, Infusionen, um die Nierenfunktion zu erhalten. Als Gegenmittel wird Alkohol zur Infusion gegeben. Diese Behandlungen führt der Tierarzt durch!

Insektizide jeglicher Art:

Bei unsachgemässer Anwendung von Mitteln gegen Flöhe, Läuse, Zecken (Shampoo, Puder, Spray, Halsband, Tabletten oder Tinktur) kann sich der Hund durch Abschlecken des Fells nach zu üppigem Einpudern oder Besprühen, Trinken von Badelösung, Fressen des Halsbandes oder von Tabletten vergiften.

Symptome: Insektizide sind Nervengifte und rufen ähnliche Symptome wie die Vergiftung mit Schneckenkorn hervor. (s. Pestizide)

Wichtig: Nach dem Einpudern das Fell mit feuchtem Handtuch abwischen, beim Shampoonieren immer genügend nachspülen und Halsbänder nicht herumliegen lassen.

Mäuse- oder Rattengift:

Rattengift führt zu Blutgerinnungsstörungen.

Symptome: Zunächst geringes Erbrechen, welches oft übersehen wird. Nach 2 bis 6 Tagen durch innere Blutungen verursachte Mattigkeit, blasse Schleimhäute, stark blutiger Urin, gelegentlich auch blutiger Durchfall.

Behandlung beim Tierarzt: Spritzen mit Vitamin K1 als Gegenmittel. Ggf. auch Bluttransfusion.

Medikamente jeglicher Art:

Frisst ein Hund z.B. Schlaftabletten, kommt es zu einem narkoseähnlichen Zustand, der unter Umständen auch zum Tod führt.

Symptome: Kein Erbrechen, kein Durchfall, tiefer Schlaf, Bewusstlosigkeit, flache Atmung, bläuliche Schleimhäute, schneller schwacher Puls.

Behandlung durch Tierarzt: Brechmittel und Magenspülung, künstliche Beatmung mit Sauerstoff, kreislaufstützende Infusionen, um die Ausscheidung der Gifte über die Niere anzuregen. Der Hund muss im Schlaf warmgehalten und wegen der Gefahr des Blutstaus alle halbe Stunde anders gelagert werden.

Mineralöle jeglicher Art:

Symptome: Kein Erbrechen, kein Durchfall, tiefer Schlaf, Bewusstlosigkeit, flache Atmung, bläuliche Schleimhäute, schneller schwacher Puls.

Behandlung durch Tierarzt: Brechmittel und Magenspülung, künstliche Beatmung mit Sauerstoff, kreislaufstützende Infusionen, um die Ausscheidung der Gifte über die Niere anzuregen. Der Hund muss im Schlaf warmgehalten und wegen der Gefahr des Blutstaus alle halbe Stunde anders gelagert werden.

Pestizide (z.B. Schneckengift):

Das Nervengift kann, je nach aufgenommener Menge, innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen!

Symptome: Starker Speichelfluss nach ½ bis 1 Stunde, Erbrechen, Durchfall. Nach weiteren 1 bis 3 Stunden Taumeln, Schreckhaftigkeit, steifes Grätschen der Beine (auch im Liegen), Krampfanfälle mit Kopfstrecken, hohes Fieber (41 bis 42°C).

Behandlung durch Tierarzt: Brechmittel, Magenspülung, verabreichen von Beruhigungs- und Narkosemitteln, die zu einer Art Heilschlaf über 1 bis 2 Tage führen. Infusionen zur Anregung der Nierenausscheidung, Kalzium gegen die Krämpfe.

Putzmittel:

Das Gift kann, je nach aufgenommener Menge, innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen!

Symptome: Starker Speichelfluss nach ½ bis 1 Stunde, Erbrechen, Durchfall. Nach weiteren 1 bis 3 Stunden Taumeln, Schreckhaftigkeit, steifes Grätschen der Beine (auch im Liegen), Krampfanfälle mit Kopfstrecken, hohes Fieber (41 bis 42°C).

Behandlung durch Tierarzt: Brechmittel, Magenspülung, verabreichen von Beruhigungs- und Narkosemitteln, die zu einer Art Heilschlaf über 1 bis 2 Tage führen. Infusionen zur Anregung der Nierenausscheidung, Kalzium gegen die Krämpfe.

Unkrautbekämpfungsmittel (u.a. mit Chloratsalzen):

Unkrautvernichter werden in der Landwirtschaft und im Garten verwendet. Die Vergiftung erfolgt meist durch unkontrollierte Aufnahme bei fehlerhafter Lagerung. Besonders Hunde nehmen bei entsprechender Möglichkeit sehr viel davon auf.

 

Lebensmittel / Genussmittel:

Ackerbohne, Puffbohne, Saubohne, Pferdebohne, Dicke Bohne:

Stark giftige Kulturpflanze. Bohnen, Samen und Pollen.

Symptome: Bleiches Aussehen, Fieber, verminderte Urinausscheidung, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Kolik, evtl. Gelbsucht, Milz- und Leberschwellung.

Alkohol:

Symptome: Starker Speichelfluss nach ½ bis 1 Stunde, Erbrechen, Durchfall. Nach weiteren 1 bis 3 Stunden Taumeln, Schreckhaftigkeit, steifes Grätschen der Beine (auch im Liegen), Krampfanfälle mit Kopfstrecken, hohes Fieber (41 bis 42°C).

Behandlung durch Tierarzt: Brechmittel, Magenspülung, verabreichen von Beruhigungs- und Narkosemitteln, die zu einer Art Heilschlaf über 1 bis 2 Tage führen. Infusionen zur Anregung der Nierenausscheidung, Kalzium gegen die Krämpfe.

Avocado:

Das enthaltene Toxin ist nur für Haustiere gefährlich und befindet sich in allen Anteilen der Pflanze. Es führt zu schweren Schädigungen des Herzmuskels und damit zu Atemnot, Husten, Ödemen und zur Bauchwassersucht.

Eine Vergiftung endet in der Regel tödlich, da keine spezifische Therapie existiert!

Holunder:

Wer seinem Hund ein Stöckchen aus Holunderholz gibt, spielt russisches Roulette!

Das Holz enthält ein giftiges Blausäureglykosid.

Kakao (z.B. in Schokolade):

Hunde und Katzen können den Kakao nur schwer im Stoffwechsel verarbeiten. Der Inhaltsstoff Theobromin reichert sich im Körper an, was dann zu Vergiftungen führen kann.

Die tödliche Dosis für den Hund liegt bei 100 mg Theobromin je kg Körpergewicht. Je nach Kakaogehalt sind etwa 60g Milchschokolade je kg Körpergewicht bzw. 8 g Blockschokolade pro kg Körpergewicht vergiftend. Das bedeutet 100g Blockschokolade, bezogen auf einen 12 kg schweren Hund, können ihn vergiften, evtl. sogar töten.

Es kommt zu Durchfall und Erbrechen, später kommen zentralnervöse Störungen ( Krämpfe, Lähmungen der Hintergliedmassen, Bewusstseinsstörungen, Zittern) hinzu.

Knoblauch:

Giftige bis stark giftige Kulturpflanze.

Symptome: Bleiches Aussehen, Blutharne, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht.

Küchenzwiebel:

Diese Pflanze führt in allen Formen (gekocht, roh, getrocknet), bei Hund und Katze zu schweren Vergiftungen.

Schon 5 - 10 g pro kg Körpergewicht führen beim Hund zur Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen).

Symptome: Zunächst reagieren die Tiere mit Durchfall und Erbrechen, später folgen Anämie (Blutarmut, blasse Schleimhäute), Anorexie (Verweigerung von Wasser und Futter) und Beschleunigung von Herzschlag und Atemfrequenz. Unbedingt einen Tierarzt aufsuchen!

Nikotin:

Die Aufnahme erfolgt in der Regel durch kauen oder fressen von Zigaretten oder Kautabak. Hierbei sind in erster Linie Welpen betroffen, da diese wesentlich neugieriger sind als ältere Tiere und alles mögliche ausprobieren.

Symptome: Anfangs kommt es zur Erregung, später zur Lähmung des Gehirns begleitet von Muskelzittern, Speicheln, Erbrechen, erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Krämpfe, Bewegungsstörungen und Kreislaufkollaps.

Rosengewächse (Rosaceae), insbesondere die Gifte der Früchte der Gattung Prunus (Kirsche, Pflaume, Aprikose usw.) und deren Obstkerne:

Die giftige Substanz ist das Amygdalin, woraus im Körper Blausäure freigesetzt wird.

Symptome: Atemnot, Erbrechen, Speicheln, rote Schleimhäute, Fieber Krämpfe und allgemeine Schwäche. Der Tod erfolgt durch eine Art „inneres Ersticken", da der an die roten Blutkörperchen gebundene Sauerstoff nicht mehr an das Gewebe abgegeben werden kann, was auch die hellrosige Färbung der Haut und die rote Farbe des venösen Blutes begründet. Da erst eine grössere Menge zu ernsthaften Vergiftungen führt, sind meist zunächst nur Magen-Darm-Probleme die Folge.

Weintrauben, Rosinen oder Maische:

Hier kommt es oft zu einer Vergiftung mit akutem Nierenversagen.

Xylit (Süssstoff):

Der Süssstoff wird häufig in zuckerfreien Bonbons, Kaugummis und anderen Lebensmitteln verwendet.

Xylit kann bei Hunden die Ausschüttung körpereigenen Insulins in das Blut deutlich steigern, so dass es bei den Hunden zu einem lebensbedrohlichen Abfall der Blutzuckerspiegels kommen kann. Die Wirkung tritt ca. 30 Minuten nach der Aufnahme von grösseren Mengen Süsswaren mit Xylit ein.

Symptome: Schwäche, Verlust der Koordinationsfähigkeit und Krämpfe. Weiterhin steht Xylit unter Verdacht bei Hunden Leberschäden auszulösen, was aber noch nicht bewiesen wurde. Xylit-Vergiftungen sollten nicht auf die “leichte Schulter” genommen werden, sondern es ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen!

 

Pflanzen:

Adonisröschen (Adonis vernalis):

Enthält ein Herzgift.

Symptome: Erbrechen und Durchfall. Es folgen Herzrhythmusstörungen, langsamer Pulsschlag und Atemnot. Hier kann sehr schnell das Herz versagen, was unweigerlich zum Tode führt.

Alpenveilchen:

Die Konzentration giftiger Substanzen ist in den unterirdischen Pflanzenteilen am höchsten, so dass es durch die oberirdischen Anteile kaum zu Vergiftungen kommt.

Symptome: Schleimhautreizungen, Erbrechen, Durchfall, Untertemperatur und Bewegungsstörungen.

Azalee:

Diese Pflanze enthält ein Neurotoxin, welches meist zu Lähmungen der Muskulatur führt.

Symptome: Unspezifisches Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Daneben kommt es zu Reiben des Kopfes an Gegenständen und zu Augenausfluss. Später kommen ein verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, Atembeschwerden und Muskellähmungen hinzu, die im weiteren Verlauf zur Atemlähmung führen.

Becherprimel:

In den Drüsenhaaren dieser Pflanze, inklusive ihrer Zuchtformen, befindet sich ein starkes Kontaktallergen.

Symptome: Allergische Reaktionen der Haut, der Bindehäute und des Atmungsapparates, die Stunden bis Tage andauern.

Brunfelsie (Wildart):

Die enthaltenen Giftstoffe beeinträchtigen das Nervensystem.

Symptome: Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Störungen des Nervensystems, wie Krämpfe und Übererregbarkeit bzw. Muskelsteife, fehlende Reflexe, Atemnot und Koma.

Buchsbaum:

Wegen des bitteren Geschmacks werden frische Pflanzenteile selten aufgenommen. Gefährlich ist aber auch die getrocknete Pflanze (u.a. in Floristikgestecken). Beim Hund beträgt die tödliche Dosis 5 g Blätter je kg Körpergewicht.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Erregungszustände und Krämpfe, sowie Lähmungen, Atemlähmung mit Todesfolge.

Clematis-Züchtungen (Clematis sp.):

Sie enthält das Gift Protoanemonin, welches bei Kontakt mit der Haut zu Reizungen und Entzündungen führen kann. Bei innerer Aufnahme kommt es zu Krämpfen, Reizungen von Niere und Darm, Durchfall und Erbrechen.

Christrose, Nieswurz (Helleborus niger):

Die Pflanze enthält das Saponin Helleborin und Protoanemonin.

Symptome: Übelkeit, Durchfall, Entzündungen der Mundschleimhäute, Herzrhythmusstörungen, erweiterte Pupillen, Atemnot und starker Durst. Es kann zum Tod durch Atemlähmung kommen. Schwerste Vergiftungen können beim Menschen schon nach dem Verzehr von 3 reifen Samenkapseln eintreten!

Efeu (Hedera helix):

Die Beeren, Blätter und Stengel sind bei hoher Dosis tödlich.

Symptome: Magen-Darm-Entzündung. Bei hoher Dosis Nerven- und Herzdepression.

Eibe:

Die gesamte Pflanze, einschliesslich der Samen ist hochgiftig. Die einzige Ausnahme bilden die roten Beeren, deren Fleisch ungiftig, deren Samen aber wiederum toxisch ist. Als tödliche Dosis beim Hund gelten z.B. 30 g der Nadeln.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Fieber und Kollaps. Die Pupillen reagieren nicht mehr auf hell-dunkel und man beobachtet Blutungen in der Unterhaut, Atemnot, Koma sowie den Tod.

Eisenhut:

Eisenhut ist stark giftig. Wobei besonders der blaue Eisenhut besonders giftig ist. Das Gift des Eisenhuts fördert zunächst die Reflexe.

Symptome: Speicheln, Durchfall, Erbrechen, Krämpfe und Lähmungen bis hin zum Tod. Schon kleinste Mengen des Eisenhuts sind sehr gefährlich für Hunde! Sofort zum Tierarzt!

Fächer-Zwergmispel (Cotoneaster horizontalis):

Die giftige Substanz ist das Amygdalin, woraus im Körper Blausäure freigesetzt wird.

Symptome: Atemnot, Erbrechen, Speicheln, rote Schleimhäute, Fieber Krämpfe und allgemeine Schwäche. Der Tod erfolgt durch eine Art „inneres Ersticken", da der an die roten Blutkörperchen gebundene Sauerstoff nicht mehr an das Gewebe abgegeben werden kann, was auch die hellrosige Färbung der Haut und die rote Farbe des venösen Blutes begründet. Da erst eine grössere Menge zu ernsthaften Vergiftungen führt, sind meist zunächst nur Magen-Darm-Probleme die Folge.

Farne (z.B. Adlerfarn, Grosser Waldfarn, Johanniswurz):

Sehr stark giftige Wildpflanze. Die ganze Pflanze, insbesondere Jungpflanze, ist giftig.

Symptome: allergische Reaktionen, Muskelzuckungen, motorische Störungen, Krämpfe, Blut im Urin, blutiger Durchfall.

Feuerdorn (Pyracantha coccinea):

Die giftige Substanz ist das Amygdalin, woraus im Körper Blausäure freigesetzt wird.

Symptome: Atemnot, Erbrechen, Speicheln, rote Schleimhäute, Fieber Krämpfe und allgemeine Schwäche. Der Tod erfolgt durch eine Art „inneres Ersticken", da der an die roten Blutkörperchen gebundene Sauerstoff nicht mehr an das Gewebe abgegeben werden kann, was auch die hellrosige Färbung der Haut und die rote Farbe des venösen Blutes begründet. Da erst eine grössere Menge zu ernsthaften Vergiftungen führt, sind meist zunächst nur Magen-Darm-Probleme die Folge.

Fingerhut:

Der Fingerhut enthält sogenannte "Herzglykoside". Dabei handelt es sich um stark giftige Stoffe, die in kleinsten Mengen jedoch bei bestimmten Herzerkrankungen mit bestem Erfolg eingesetzt werden und somit auch heilende Wirkung haben.

Symptome: Lokale Reizungen der Magen-, Darmschleimhaut, Erbrechen, Durchfall,  Herzrhythmusstörungen, Benommenheit und blasse Schleimhäute. In schweren Fällen kommt es zum Tod durch Herzstillstand . Auch hier gilt, sofort zum Tierarzt!

Gefleckter Schierling (Conium maculatum):

Die ganze Pflanze ist sehr giftig und oft tödlich.

Für einen Hund sind schon 50 mg Coniin je kg Körpergewicht tödlich. Es erfolgt eine schnelle und leichte Aufnahme durch die Schleimhäute und auch durch die Haut.

Nach 20-30 Minuten erste Symptome: Muskelschwäche, Inkoordination, Muskelzittern, Unruhe, Puls erst verlangsamt, dann beschleunigt, Krämpfe, fortschreitende Lähmung, Atem- und Herzdepression.

Goldregen:

Giftige Teile sind vor allem die Samen, aber auch Wurzeln und Äste, die einen süsslichen Geschmack haben.

Die Vergiftungssymptome treten schon nach wenigen Minuten in Erscheinung: Heftiges Erbrechen, Durchfall, Kollaps und epileptische Anfälle.

Gummibaum, Birkenfeige (Ficus benjamini) u.a.:

Symptome: Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Fieber, schwankender Gang und Krämpfe.

Hahnenfuss (Ranunculus spp.):

Hier sind die Stengel und der Pflanzensaft giftig.

Symptome: Starke Reizung von Maul, Speiseröhre, Magen und Darm.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale):

Die ganze Pflanze ist sehr giftig und oft tödlich.

Symptome: Magen-Darm-Entzündung, Muskel- und Atemlähmung.

Hortensie:

Auch die getrockneten Pflanzenteile sind giftig!

Symptome: Magen-Darm-Störungen mit blutigem Durchfall, Zittern und allgemeine Schwäche (Schwanken).

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus):

Die giftige Substanz ist das Amygdalin, woraus im Körper Blausäure freigesetzt wird.

Symptome: Atemnot, Erbrechen, Speicheln, rote Schleimhäute, Fieber Krämpfe und allgemeine Schwäche. Der Tod erfolgt durch eine Art „inneres Ersticken", da der an die roten Blutkörperchen gebundene Sauerstoff nicht mehr an das Gewebe abgegeben werden kann, was auch die hellrosige Färbung der Haut und die rote Farbe des venösen Blutes begründet. Da erst eine grössere Menge zu ernsthaften Vergiftungen führt, sind meist zunächst nur Magen-Darm-Probleme die Folge.

Lebensbaum (Thuja):

Die Blätter enthalten entzündungsfördernde Stoffe.

Symptome: Magen-, Darmreizungen. In schweren Fällen kommen dann Leber- und Nierenschäden hinzu. Auch hier sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Lupinen:

Besonders die Samen dieser Zier- und Futterpflanze enthalten ein Gift, welches eine lähmende Wirkung auf Herz und Atmung hervorruft, jedoch in sogenannten Süsslupinen nicht vorkommt. Am giftigsten ist die gelbe Bitterlupine. Der akute Krankheitsverlauf wird durch die Alkaloide ausgelöst, der chronische durch Mykotoxine (Phomopsine beeinträchtigen den Kupfer-, Zink- und Eisenhaushalt sowie die Metabolisierung von Selen und Vitamin E). Anagyrin ist teratogen (in den kultivierten Lupinen aber nicht enthalten). Trotzdem kommt eine Vergiftung vor, die wahrscheinlich auf Schimmelpilze zurückzuführen ist.

Symptome: Magen-Darmentzündung gefolgt von schweren Nieren- und Leberschäden. Mattigkeit, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Lähmungen.

Gegenmassnahmen: Rasche Zufuhr von Abführmitteln und Leberschutztherapie (durch den Tierarzt).

Maiglöckchen(Convallaria majalis):

Maiglöckchen beinhalten gleich einen Toxincocktail von über 30 Glykosiden. Bei Auftreten von Symptomen sind die Toxine vermutlich bereits vollständig resorbiert.

Symptome: Lokale Reizungen der Magen-, Darmschleimhaut, Erbrechen, Durchfall und Störungen des Herzrhythmus, Benommenheit und blasse Schleimhäute. In schweren Fällen kommt es durch Herzstillstand zum Tod.

Mistel:

Einige Stunden nach Giftaufnahme zeigen die Tiere Durchfall, Erbrechen, Fieber und starken Durst, Krämpfe, Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen, Koma und Herzstillstand.

Narzisse, Osterglocke:

Eine Narzissenzwiebel von nur ca. 15 g kann einen Hund töten! Lycorin, ein Alkaloid der Amaryllis, führt in kleinen Dosen zu Erbrechen und Durchfall, in höheren zu Krämpfen, Lähmung und Kreislaufversagen.

Oleander:

Alle Pflanzenteile enthalten ein herzwirksames Toxin.

Symptome: Magen-Darm-Probleme (Speicheln, Erbrechen, Durchfall), Herzrhythmusstörungen, Vorhof- und Kammerflimmern und zum Schluss erfolgt Herzstillstand. Als Begleiterscheinungen werden häufig Untertemperatur, Krämpfe, Atembeschwerden und Husten beobachtet.

Philodendron, Dieffenbachia und Fensterblatt (Monstera):

Unter anderem ist der hoher Gehalt an Oxalsäure (als kleine Oxalat-Nadeln vorliegend) schädlich. Diese Nadeln dringen, bei Verletzung der Pflanze, in Haut und Schleimhäute der Tiere ein und verursachen dort sehr rasch starke, schmerzhafte Schwellungen. Durch diese sehr schnelle Reaktion wird meist eine weitere Giftaufnahme verhindert.

Symptome: Es treten Lokal Rötung, Schwellung und Geschwürbildung in der Mundschleimhaut und auf der Zunge auf. Dies führt zu brennenden Schmerzen, Kopfschütteln, Speicheln, reiben mit den Pfoten am Maul, Versuche zu Trinken und Unfähigkeit, Nahrung aufzunehmen. Später kommt es an der Schleimhaut zu Blasenbildung. Durch Schlucken der Giftstoffe kommt es zu Erbrechen und Durchfall, gefolgt von Mattigkeit, unsicherem Gang, Lähmung der Hinterbeine, Muskelzittern, Krämpfen bis hin zum Koma. Manchmal können Schwellungen des Kehlkopfes mit hochgradiger Atemnot auftreten. Gelangt Pflanzensaft ins Auge, so entzündet sich dieses stark. Das Auge wird zugekniffen, tränt und schwillt deutlich an. Die Heilung dieser Augenentzündung, dauert in der Regel 3 bis 4 Wochen.

Riesen-Bärenklau, Herkulesstaude und Wiesenbärenklau:

Der Pflanzensaft enthält sogenannte Furocumarine, dieses sind phototoxische Substanzen. Diese Substanzen absorbieren UV-Licht und mit der so gewonnenen Energie lösen sie chemische Reaktionen aus, die das Erbgut und die Zellen schädigen. Gelangt Pflanzensaft auf die Haut oder die Schleimhaut und wird diese Stelle anschliessend dem Sonnenlicht ausgesetzt, entsteht ein heftiger Sonnenbrand mit Blasenbildung und anschliessendem Haarverlust ("Wiesendermatitis"). Es sind besonders die wenig behaarten und unpigmentierten Körperpartien (Kopf und Bauch) gefährdet. Die Heilung ist langwierig und oft bleiben Narben und Pigmentveränderungen zurück.

Rhododendron:

Diese Pflanze enthält ein Neurotoxin, welches meist zu Lähmungen der Muskulatur führt.

Symptome: Unspezifisches Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Daneben kommt es zu Reiben des Kopfes an Gegenständen und zu Augenausfluss. Später kommen ein verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, Atembeschwerden und Muskellähmungen hinzu, die im weiteren Verlauf zur Atemlähmung führen.

Seidelbast:

Alle Pflanzenteile enthalten stark entzündungsauslösende Stoffe. Beireits durch Anknabbern oder Kauen kommt es zu ausgeprägten Problemen!

Symptome: Reizungen, Entzündungen und Geschwürbildung an Schleimhäuten und Haut. Anschliessend kommt es dann zu Rachen-, Magen-, Darmentzündungen. In schwersten Fällen kann es zu Nierenentzündungen und zum Tod durch Kreislaufkollaps kommen. Meist jedoch bleibt es bei lokalen Gesundheitsschäden, da die Pflanze sehr scharf schmeckt. Bei Verdacht, sofort zum Tierarzt!

Stechpalme (Ilex aquifolium):

Sie enthält gleich einen ganzen Wirkstoffcocktail! Baurenol, Purin-Alka-loide, Rutin, Ursolsäure, Uvaol,  Tannin, Triterpene. Die Beeren sind ab Dosis von ca. 20 Beeren tödlich.

Symptome: Übelkeit, Erbrechen, starker Durchfall und Schläfrigkeit.

Trompetenbaum (Datura suaveolens) oder Engelstrompete:

Die ganze Pflanze ist stark giftig, besonders die Blätter und die Rinde während der Blütezeit. Die Einnahme des Suds der Pflanze kann zu einer tödlichen Vergiftung führen.

Symptome: Durchfall, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Schluckbeschwerden, Sehstörungen, trockene Schleimhaut.

Waldholunder (Sambucus nigra):

Schwarze, beerenartige Steinfrucht.

Symptome: Erbrechen und starker Durchfall.

Weihnachtsstern:

Der Saft der Wolfsmilchpflanze verursacht die Vergiftung.

Symtome: Entzündungen der Maulschleimhaut, Erbrechen, Durchfall, Muskelzittern, schwankender Gang, Kreislaufversagen und Lungenödeme. Bei Hautkontakt kommt es zu Reizungen mit Bläschenbildung und allergischen Reaktionen. Bei Augenkontakt entstehen starke Entzündungen.

Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias):

Die ganze Pflanze ist giftig bis stark giftig.

Symptome: Magen-Darm-Entzündung, in hoher Dosis tödlich.

Wunderbaum (Ricinus communis):

Diese Pflanze, aus der das Rizinusöl gewonnen wird, kann Haustieren gefährlich werden, da z.B. der " Ölkuchen", der auf Hunde sehr anziehend wirkt, als Düngemittel verwendet wird. Das Haupttoxin ist das sehr giftige Toxalbumin Ricin (seit 1962 als Kampfstoff patentiert!).

Symptome: schwere Magen-Darm-Entzündung, Schädigung von Leber und Nieren und eine Zersetzung der roten Blutkörperchen. Die tödliche Dosis beim Hund wird mit 1 bis 2 g Samen pro kg Körpergewicht angegeben. Das in Apotheken erhältliche Rizinusöl, ist durch Erhitzen ungiftig gemacht worden.

Yuccapalme, Drachenbaum und Bogenhanf:

Die Pflanzensäfte beinhalten Gifte, die zu Schleimhautreizungen und Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen) führen können.

Symptome: Zahnfleischentzündung, Speicheln, Erbrechen, Durchfall. Weiterhin sind Untertemperatur, Bewegungsstörungen und Blutungen möglich. Ein komaähnlicher Zustand ist ebenfalls möglich.

 

Anhand der Symptome kann man bestimmte Vergiftungserscheinungen frühzeitig erkennen. Bei Vergiftungen aller Art gilt jedoch, dass man mit seinem Hund sofort zum Tierarzt gehen sollte, da sonst ggf. wertvolle Zeit für lebensrettende Massnahmen verstreicht.

 

Erste Massnahmen bei Vergiftungen:

Nur innerhalb der ersten 30 Minuten bis max. 60 Minuten, allerhöchstens 2 Stunden, kann die Giftaufnahme im Körper mit Hilfe von Abführmitteln, Brechmitteln, Magenspülungen,  oder evtl. auch durch die Gabe von Kohletabletten verringert werden.

Der Hund sollte aber so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden. Ist der Weg zum nächsten Tierarzt zu weit, sollte man versuchen, möglichst nach telefonischer Absprache mit einem Tierarzt, durch zwangsweises Eingeben von konzentrierter Kochsalzlösung (1 Esslöffel Salz auf 100 ml Wasser) das Erbrechen des Hundes selbst auszulösen, oder aber durch gewaltsames Einflössen von Öl (Speiseöl, Rizinusöl, Paraffinöl) den Hund zum Erbrechen bringen.

Hinweis: Öl ist nicht bei allen Vergiftungen einsetzbar, denn zum Teil fördert es sogar noch die Aufnahme der Giftstoffe. Wenn sie sich nicht sicher sind, welche Stoffe ihr Hund verschluckt hat, dann lieber kein Öl eingeben und die Salzlösung benutzen.

Ein Erbrechen hat natürlich auch nur bis zu etwa 2 Stunden nach der Giftaufnahme Sinn, denn noch im Magen liegende Giftreste sollen dadurch heraus befördert werden. Ist dieser Zeitpunkt verstrichen, so zeigt das künstliches Erbrechen wenig oder gar kein Erfolg.

Bei Säuren oder Laugen darf kein Erbrechen ausgelöst werden, da sonst die Gefahr einer erneuten Verätzung der Speiseröhre besteht. In diesem Fall für reichlich Trinkwasserzufuhr sorgen, damit ein Verdünnungseffekt eintreten kann.

 

Keine Ölanwendung bei:

Phosphorvergiftung: Kann z.B. durch sogenannte Phosphoreier ausgelöst werden, oder durch A/kylphosphaten (Phosphorsäureester), wie z.B. E 605.

Mefa/dehyd: Schneckenbekämpfungsmittel (z.B. ,,Schneckentod"), oder auch Trockenspiritus für Campingkocher. Hier sollte man dann Kohletabletten geben. Die Kohle nimmt die meisten Gifte in sich auf und schadet dem Hund nicht. Weiterhin sollte man dem Hund reichlich zu trinken geben. Wasser hat einen verdünnenden Effekt und wirkt, wenn der Hund daraufhin erbricht, fast wie eine Magenspülung. Ausserdem beugt es einer inneren Austrocknung vor.